FSV Würges - FSG Bad Camberg/Dombach 2:3 (0:1)
In einem intensiven und jederzeit umkämpften Derby konnte der Gast in einer hektischen Schlussphase doch noch die drei Punkte mit nach Hause nehmen. Wie erwartet hatten auf dem engen und unebenen Platz in Würges beide Teams so ihre Probleme mit einem konstruktiven Spielaufbau, wobei die Winterpause hier vermutlich auch eine Rolle spielte. Lange Ballpassagen waren nur selten zu sehen, von flüssigen Kombinationen ganz zu schweigen. Nicht überraschend gab es daher reichlich Langholz und jede Menge Zweikämpfe überwiegend zwischen den Strafräumen zu sehen. Das trotzdem fünf Tore fielen lag daher weniger am spielerischen Niveau sondern an eher an gravierenden Fehlern in den Abwehrreihen beider Teams.
Das begann schon damit, dass kurz nach dem Anpfiff dem FSV-Tormann der Ball versprang und er den heranstürmenden Philipp Gering rustikal von den Beinen holte, der dann auch gleich ausgewechselt werden musste. Den Strafstoß verwandelte Fabian Stannarius zum 0:1. Danach gab es in der ersten Halbzeit außer viel Kampf nicht mehr viel zu sehen. Christopher Thuy hatte eine gute Möglichkeit, als sein Schuss aus kurzer Entfernung nach Hereingabe von Magnus Scherf gerade noch abgeblockt wurde. Und die zwei Distanzschüsse auf der anderen Seite bereiteten Burak Akcayir im FSG-Tor auch keine Probleme.
Die zweite Hälfte begann mit einem verunglückten Abschlag in die Beine eines FSG-Stürmers, dieser brachte den Ball trotz zweier Gästeverteidiger noch zu seinem Kollegen, der zum 1:1 vollendete. Ab jetzt verlagerte sich das Spiel mehr und mehr in die Gästehälfte, ohne das es zu klaren Tormöglichkeiten aus dem Spiel heraus kam, dafür war das Passspiel - sicherlich auch platzbedingt - nicht präzise genug. Ein erneuter Distanzschuss, der knapp am Tor vorbeistrich, das war es auch schon. Wenn es gefährlich wurde, dann nach ruhenden Bällen, aber Burak Akcahir zeigte sich bei den zahlreichen Eckbällen aufmerksam. Von den Gästen kam offensiv erst einmal nicht mehr viel, auch wenn sich der jetzt größer werdende Raum zum Kontern anbot. Einer der wenigen gelungenen Kombinationen insgesamt brachte dann aber doch die erneute Führung, als Daniel Hecht den Ball nach einem präzisen Pass von Christopher Thuy ins lange Eck schob. Der Ausgleich ließ aber nicht lange auf sich warten, als die Gästeabwehr den Ball trotz mehrfacher Überzahl an der Torauslinie nicht unter Kontrolle bringen konnte, der dann doch noch irgendwie in den Fünfmeterraum prallte, wo er von einem FSV-Stürmer sehenswert per Fallrückzieher im Tor untergebracht wurde. Das sah ganz nach einem Unentschieden aus, bis Volodymyr Chornii zentral mit einen langen Ball geschickt wurde, zwei Abwehrspieler des Gastgebers plus Tormann sich an der Strafraumgrenze nicht einig waren und der FSG-Stürmer den Ball ins leere Tor schob.
Fazit: Das erste Spiel nach einer so langen Pause ist immer irgendwie unvorhersehbar, insbesondere wenn es auch noch ein Derby ist. Da zu diesem Zeitpunkt nicht alles rund laufen kann, kommt es vielleicht auch darauf an, erst einmal möglichst wenig Fehler zu machen. Und da waren die Gäste dann vielleicht die etwas glücklicheren. Ein Unentschieden wäre vermutlich das angemessenere Ergebnis gewesen.


